Dr. Goldner & Dr. Seufzer

Kinderärztliche Gemeinschaftspraxis

Grünstadt

Plötzlicher Säuglingstod -

SIDS (sudden infant death syndrom)

Hierzulande sterben jedes Jahr ca. 500 Babys am plötzlichen Säuglingstod. Der Tod tritt bei scheinbar vollkommen gesunden Kindern während des Schlafens ein. Eine erkennbare Ursache des Todes fehlt und trotz intensiver Forschung gibt es bislang „nur“ Hypothesen, die versuchen, Erklärungen für diese tragischen Todesfälle zu finden. So basieren die meisten Daten und Empfehlungen, die uns bislang zur Verfügung stehen auf statistischen Auswertungen. Besonders häufig betroffen sind Säuglinge zwischen dem 2. und 4. Lebensmonat. Aus der bisherigen Datenlage gibt es einige Empfehlungen zur Vorbeugung.

Was man vorbeugend gegen den plötzlichen Säuglingstod tun kann:

Rauchfreie Umgebung

Durch aktives und passives Rauchen während der Schwangerschaft, Stillzeit und Neugeborenenzeit wird das Immunsystem des Säuglings geschwächt. Durch Rauchen wird das Risiko erhöht eine Frühgeburt zu bekommen, ein Kind mit niedrigem Geburtsgewicht zur Welt zu bringen, dass der Säugling nach der Geburt gehäuft an Infekten der Atemwege erkrankt und dass das Kind ein erhöhtes Risiko hat am plötzlichen Säuglingstod zu sterben.

Richtige Schlafposition

Obwohl die Ursache nicht geklärt ist, sterben viele Kinder am SIDS in Bauchlage. In Ländern, in denen empfohlen wurde, Neugeborene in Rückenlage schlafen zu lassen, ging die Häufigkeit am SIDS zurück. Da Kinder in den ersten Monaten nicht selber ihre Schlafposition bestimmen können, gilt die Empfehlung, sie in Rückenlage schlafen zu lassen. Falls Sie Ihr Kind dennoch lieber auf der Seite Schlafen lassen möchten, wechseln Sie die Seiten ab und legen Sie eine Handtuchrolle so, dass Ihr Kind nicht unbemerkt auf den Bauch rollt. Benutzen Sie kein Kopfkissen. Lassen Sie Ihr Baby die ersten Monate im elterlichen Schlafzimmer (in der Wiege, nicht im Elternbett) Schlafen.

Kleidung und Schlafen

Ziehen Sie Ihr Kind nicht zu warm an um Überwärmung zu vermeiden. Ihr Baby sollte nicht Schwitzen. Eine Mütze im Haus ist nicht nötig. Händchen und Füße bei jungen Säuglingen sind häufiger kühl und stellen kein Kriterium dar, dass Ihr Kind friert. Fühlen Sie besser an Nacken oder Stirn oder am Bauch. Zum Schlafen reichen die Windel, ein Unterhemd, der Schlafanzug und ein Babyschlafsack ohne (!) Kapuze. Im Winter auch eine Bettdecke - achten Sie aber darauf, dass die Bettdecke nicht über den Kopf Ihres Kindes rutschen kann. Ein Kopfkissen sollten Sie in den ersten Monaten nicht ins Bett legen. Bitte legen Sie niemals Wärmeflaschen ins Bett. Das kann zu Überwärmungen und sogar zu schweren Verbrennungen führen! Babyhaut ist sehr empfindlich! Zum Schlafen reichen 17-18 Grad Raumtemperatur aus. Bitte bedenken Sie: Ihr junger Säugling wird sich melden, wenn es ihm zu kalt ist und er friert - bei einer Überwärmung jedoch neigen junge Säuglinge dazu, weiterzuschlafen.

Überwachungsmonitore

Es gibt Geräte für kleine Kinder, die kontinuierlich über Elektroden, die an die Brust geklebt werden, die Herzfrequenz und die Atmung überwachen und im Falle von Unregelmäßigkeiten einen akustischen Alarm geben. Solche Überwachungsmonitore sind jedoch nur im Einzelfall sinnvoll, z.B. wenn ein Geschwisterkind am plötzlichen Säuglingstod gestorben ist. Eine individuelle Beratung gibt Ihnen Ihr Kinderarzt.

Erste Hilfe

Wir haben für unsere Patienten(-Eltern) eine Broschüre mit wichtigen Telefonnummern für Notfälle. Darüber hinaus gibt es auch in Ihrer Nähe von verschiedenen Institutionen Erste-Hilfe-Kurse für Säuglinge und Kleinkinder in denen Maßnahmen der Erstversorgung erklärt und geübt werden können. Adressen erhalten Sie bei Ihrem Kinderarzt, in der örtlichen Presse oder bei Institutionen wie z.B. dem DRK oder ASB.

Weitere Informationen

Bieten Ihnen eine Broschüre des Ministeriums für Arbeit, Soziales u. Gesundheit, Bauhofstraße 9, 55116 Mainz (Broschüre:“Wissenswertes zum Thema Plötzlicher Säuglingstod“); oder Gemeinsame Elterninitiative Plötzlicher Säuglingstod LV Rheinl.-Pf./Saarland, Postfach 1143, 55297 Nackenheim, Tel./Fax: 06501/603795

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